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Digitale Bildqualität

Wer von analogem auf digitalen Fernsehempfang umstellt, erlebt nicht selten eine Überraschung. Mit einem Mal bietet der vorhandene Fernseher eine Bildschärfe und Farbdarstellung, die man ihm gar nicht zugetraut hätte. Digitales Fernsehen kann auf dem Bildschirm eine Darstellungs- qualität erreichen, die nah an das Anschauen einer handelsüblichen Spielfilm-DVD auf demselben Bildschirm heranreicht.

 

Die Themen auf dieser Seite

Besserer Empfang bringt bessere Fernsehbilder

Die gute digitale Bildqualität ist in den meisten Fällen vor allem das Ergebnis einer deutlich verbesserten Empfangsqualität. Denn egal ob man analoges oder digitales Fernsehen empfängt, beide werden nach dem PAL-Verfahren ausgestrahlt und damit sind grundsätzlich einmal Auflösung und Detailgenauigkeit des Bildes am Bildschirm festgelegt. Es wird in 576 Zeilen vertikal und 720 Linien horizontal dargestellt. Ein im technischen Sinne besseres Bild als gewohnt erhält man erst mit dem digitalen Standard High Definition Television, kurz HDTV. Aber der Reihe nach:

Die Bildqualität wird besonders beim herkömmlichen analogen Fernsehen stark von der Empfangsqualität beeinflusst. Antennen, aber auch Satellitenschüsseln, sind für äußere Störfaktoren besonders anfällig. So können sich Rundfunkwellen an starkem Regen oder Schnee, an Nebel und dichtem Laub oder an einem vorbeifahrenden Lastwagen „brechen“ und damit der Empfang zeitweilig unterbrochen werden.
Ist das Signal für eine Haus- oder Zimmerantenne zu schwach, erscheint das Bild vielleicht nur schwarzweiß. Rundfunkwellen können auch durch angrenzende Gebäude oder Berghänge reflektiert werden, was sich durch so genannte Geisterbilder bemerkbar macht.
Satellitenschüsseln müssen sehr genau auf den Satelliten ausgerichtet werden. Alles was auf dem Weg zwischen Satellit und Empfangsschüssel liegt, vermindert die Empfangsqualität oder verhindert den Empfang ganz.

Am wenigsten störungsanfällig ist ein Kabelanschluss. Beim Kabelanschluss ist die praktisch einzige Empfangs-Schwachstelle der kleine Teil frei liegenden Metalls, an dem der Kabelstecker in das Fernsehgerät gesteckt wird. Diese kleine Stelle kann wie eine Mini-Antenne wirken und Radiowellen auffangen, die entweder für die Antennenverbreitung von Fernsehprogrammen verwendet werden oder von einem schnurlosen Telefon kommen oder auch von einem ferngesteuerten Spielzeugauto stammen.

 

Digitaler Rundfunk bietet höhere Empfangsstabilität

Beim digitalen Rundfunk treten Störungen des Empfangs durch äußere Einflüsse sehr viel seltener auf. Eher schon ist das digitale Fernsehen in Sachen Empfang eine Schwarz-Weiß-Geschichte: entweder das digitale Signal kommt an oder es kommt nicht an. Dazwischen gibt es praktisch keine Abstufung.

Der Empfang digitaler Rundfunksignale ist grundsätzlich sehr viel weniger störungsanfällig, als der Empfang herkömmlicher Rundfunksignale. Besonders deutlich wird das beim digitalen Antennenfernsehen im mobilen Bereich. Die sehr guten Empfangseigenschaften des digitalen Fernsehens haben bewirkt, dass immer mehr Autohersteller entsprechende Fernsehanlagen als Zubehör für ihre Fahrzeuge anbieten, da das Fernsehbild auch in Bewegung weitestgehend immer stabil bleibt. Deshalb entsteht  auch für „Taschenfernseher“ mit LCD-Bildschirm und für allerkleinste Empfangsgeräte (USB-Sticks) zum Anschluss an einen Laptop mit dem digitalen Antennenfernsehen erstmals ein wirklich ernst zu nehmender Markt.

 

Auch Digitalempfang ist nicht völlig störungsfrei

Bildaussetzer können auch in der digitalen Welt auftreten. Das macht sich auf dem Bildschirm meistens in Form von „eingefrorenen“ – also stehenden Bildern – oder durch eckige Blöckchen im Bild (so genannte drop outs) bemerkbar. Diese Phänomene können durch die gleichen äußeren Bedingungen verursacht werden, wie beim analogen Satelliten- oder Antennenempfang. Derartige Ereignisse sind aber im Vergleich zum Empfang von analogen Rundfunksignalen sehr viel seltener. Ein Grund dafür ist, dass digitale Empfangsgeräte bis zu einem gewissen Grad in der Lage sind, kleine Lücken im Datenstrom nachzurechnen und so diese Lücken wieder zu schließen. Voraussetzung ist aber in jedem Fall, dass auch die Antennen oder Satellitenschüsseln für den Empfang digitalisierter Rundfunksignale grundsätzlich gut ausgerichtet sind, um den Datenstrom lückenlos aufzufangen.

 

Schärfer geht es mit HDTV

Themenbild PAL gegen HDTV

 

Ein weit verbreitetes Missverständnis ist die Annahme, digital sei gleichbedeutend mit HDTV. "Normales" Digital-Fernsehen basiert jedoch ebenso auf dem PAL-Standard, wie das bisherige analoge Fernsehen. Es gibt also nicht mehr Bild-Zeilen und Linien her. HDTV dagegen ist ein Sammelbegriff für neue TV-Standards, denen gemeinsam ist, dass sie allesamt hochauflösendere Bilder als PAL bieten (ca. zweimal bis zu fünfmal so hoch) und grundsätzlich im Bildformat 16:9 daherkommen.

HDTV ist nur in der digitalen Fernsehwelt möglich und auf mittlere bis lange Sicht den Verbreitungswegen Satellit und Kabel vorbehalten. Die Datenmenge, die für die Darstellung eines HDTV-Bildes im 16:9-Breitbildformat benötigt wird, ist so groß, dass man beim digitalen Antennenfernsehen etwa zwei von drei Fernsehprogrammen aus einem Kanal entfernen müsste, um das verbleibende dritte Fernsehprogramm in HDTV-Qualität ausstrahlen zu können.

Voraussetzung für den Empfang von HDTV sind HD-fähige Empfangsgeräte (Set-Top-Boxen) und Bildschirme oder Projektoren mit dem HD ready-Logo.

 

Eine weitere Voraussetzung ist, dass das jeweilige Programm auch tatsächlich in HD ausgestrahlt wird. Zum Teil bieten die bekannten TV-Programme nur einzelne Sendungen in echter HD-Qualität an.

Seit Juni 2008 strahlt der Österreichische Rundfunk (ORF) ein spezielles HD Programm über den Satelliten Astra und die digitalen Kabelnetze aus. Nähere Informationen dazu finden Sie auf unseren Themenseiten zu HDTV. Die Ausstrahlung der deutschen Programme ProSieben HD und Sat.1 HD über den Satelliten Astra, wurde am 16.02.2008 eingestellt. Das Unternehmen begründet die Einstellung damit, dass die Benutzerzahlen zu niedrig gewesen seien. Ein Relaunch ist vorerst im Jahr 2010 geplant, wenn ARD und ZDF beginnen, ihre Programme in High Definition auszustrahlen. Angaben der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands, ARD und ZDF, zufolge ist für den Start der HD-Übertragung Februar 2010 anvisiert.

Premiere hält drei HD-Spartenkanäle bereit.