Direkt zum Inhalt Direkt zum Inhalt Direkt zur rechten Spalte Direkt zum Footer

T-DMB contra DVB-H

Da in den Medien immer wieder zu lesen ist, dass Experten über die besseren oder schlechteren Eigenschaften der zwei Übertragungsstandards DVB-H und T-DMB streiten, sollen hier zwei der am häufigsten angeführten Punkte ein wenig erläutert werden.

 

Timeslicing spart Akkuleistung

Der Empfang von T-DMB-Signalen im Handy verbraucht bisher mehr Energie und damit Akku-Leistung, als bei DVB-H. Grundsätzlich kann aber festgestellt werden, dass beide Verfahren recht stromsparend arbeiten.

DVB-H schafft es dennoch, den Akku nur zu etwa einem Drittel so stark zu belasten, wie DMB. Das wird dadurch erreicht, dass die DVB-H-Signale nicht als kontinuierlicher Datenstrom ausgestrahlt werden, sondern in kleine Datenpakete aufgeteilt sind, die in kurzen Abständen ausgesendet werden. Diese Datenpakete lädt der Empfänger in einen Speicher, bevor sie als Fernsehprogramm auf dem Handy-Display dargestellt werden. Hat das Empfangsteil im Handy ein solches Datenpaket empfangen, schaltet es sich für einen Moment ab, bevor es das nächste Datenpaket empfängt. Im Empfangsgerät werden die Datenpakete aneinandergereiht und so wieder zu einem „flüssigen“ Fernsehprogramm zusammengesetzt, denn die Empfangs-, Abschalt- und Darstellungssequenzen laufen natürlich so schnell ab, dass der Konsument davon am Display nichts bemerkt. Dennoch spart jede der kurzen Empfangs-Abschaltungen Strom. Dieses technische Verfahren nennt sich Timeslicing und ist grundsätzlich auch bei T-DMB möglich. Bisher wurde es dort aber noch nicht eingesetzt, weil man die Energieeffizienz des DMB-Verfahrens bisher als ausreichend empfunden hat.

 

Die Sache mit der Programmvielfalt

Bei T-DMB können in einem Rundfunkkanal bis zu vier TV-Programme in der für das Betrachten auf portablen Empfangsgeräten gewünschten Bildqualität ausgestrahlt werden. Bei DVB-H sind es bis zu zwanzig und mehr.

 

Dieser häufig an T-DMB kritisierte Umstand lässt allerdings außer Acht, dass bei T-DMB auch nur entsprechend weniger Spektrum für die Verbreitung eines Programmbouquets verbraucht wird als bei DVB-H. Der Grund dafür lässt sich verhältnismäßig gut erklären: für die Übertragung von Information (TV-Programme und Zusatzdaten) wird Spektrum benötigt. Je mehr übertragen wird, desto mehr davon wird gebraucht. Da mittels DVB-H mehr Information übertragen wird, braucht es auch mehr Spektrum - etwa viermal soviel wie T-DMB. Frequenztechnisch ist daher der Unterschied zwischen den Systemen gar nicht groß. Es ist eher eine medienpolitische und wirtschaftliche Frage, ob man aus dem vorhandenen Spektrum einen „breiten Kanal“ an nur einen Betreiber zur Verbreitung vieler Programme vergeben will, oder ob man viele „kleine“ Frequenzblöcke an mehrere Betreiber zur Verbreitung von jeweils nur wenigen TV-Programmen verteilen möchte.

 

Dem Empfangsgerät und auch dem Konsumenten dürfte es jedenfalls relativ gleichgültig sein, ob er zwanzig Programme auf fünf verschiedenen oder über nur einen Kanal empfängt.