Unter High Definition Television (HDTV) versteht man hochauflösendes Fernsehen, das sich durch eine deutlich detailreichere, schärfere Bilddarstellung vom herkömmlichen Fernsehbild unterscheidet (PAL-Auflösung bzw. Standard Definition Television) und das grundsätzlich im Bildseitenverhältnis 16:9 dargestellt wird.
Fernsehbilder werden auf einem Bildschirm aus senkrechten Linien und waagerechten Zeilen dargestellt. Wer sich nah vor einen Bildschirm setzt, kann das sich daraus ergebende, recht grobe Raster recht gut erkennen. Erst in angemessener Entfernung - abhängig von der Größe des Bildschirms - "verschwimmen" Linien und Zeilen zu einem "glatten" Bild.
Die Anzahl der waagerechten Zeilen und der darauf nebeneinander liegenden Bildpunkte ist maßgeblich für die Bestimmung eines TV-Standards. Je mehr Zeilen und Bildpunkte darauf, desto höher die Auflösung und umso detailreicher das Bild.
In Europa wird bisher der TV-Standard PAL verwendet, der auf dem Bildschirm eine Auflösung von 576 sichtbaren Zeilen (horizontal) mit maximal 720 Bildpunkten pro Zeile mit 50 Hz Bildwiederholrate bietet. Gesendet wird im so genannten Halbbildverfahren (interlaced). Die PAL-Auflösung ist der Standard, der im bisher herkömmlichen analogen Fernsehen ebenso verwendet wird, wie beim digitalen TV. Digital-TV bedeutet also noch lange nicht HDTV. Aber: die digitale Fernsehübertragung macht HDTV möglich.
Während die Auflösung den Detailreichtum des Bildes definiert, stehen Bildwiederholfrequenz und Wiedergabeverfahren für die Flimmerfreiheit des TV-Bildes. Die Bildwiederholfrequenz sagt aus, wie oft ein Bildsignal pro Sekunde geliefert wird. Bei 50 Hz ist dies 50-mal je Sekunde. Ein 50 Hz TV-Bild wird vom menschlichen Auges gerade noch als ein zusammenhängendes Bild wahrgenommen.
Mit dem Halbbildverfahren im PAL-Standard werden 25 Bilder je Sekunde übertragen, wobei zu einem Zeitpunkt nur die jeweils übernächste Zeile des Bildes beschrieben wird. Das bedeutet, dass das menschliche Auge 50 mal in der Sekunde jeweils ein halbes Bild sieht. Die beiden ineinander verzahnten Bildhälften verschmelzen durch das Nachleuchten der Bildpunkte am Bildschirm und durch die Trägheit des menschlichen Auges zu einem vollständigen Bild. Dieses Verfahren wird "interlaced" oder Zeilensprungverfahren genannt. Das alternative Verfahren ist das Vollbildverfahren, auch "progressive" genannt, bei dem jede Bildzeile nacheinander vollständig übertragen wird. Progressive gilt als erheblich angenehmer für das Sehempfinden des Zuschauers, stellt jedoch höhere Anforderungen an die Übertragungstechnik.
Das PAL-Fernsehbild gilt als dem ansonsten vergleichbaren, in den USA und in Japan verwendeten NTSC-Standard in der Qualität überlegen.
HDTV ist nicht gleich HDTV: die Standards 1080i, 720p und 1080p
Anders als bei PAL, beschreibt die Bezeichnung HDTV nicht einen einzigen Bildauflösungs-Standard, sondern ist so etwas wie ein Sammelbegriff für mehrere Standards, die nur auf demselben Prinzip basieren.
Für Konsumenten, die sich einen neuen HD-Flachbildschirm und einen HD-Receiver zulegen wollen, sind die HD-Standards 1080i, 720p und 1080p von Bedeutung. Entscheidend für eine Kaufentscheidung ist dabei, welche Ansprüche der Käufer an das Gerät stellt. Soll nur HD-Fernsehen gesehen werden, oder sollen an das Gerät auch Zusatzgeräte wie eine Sony Playstation 3 für hochauflösende Spiele oder ein Blue-ray-Player angeschlossen werden, der die neuen Spielfilm-DVDs in höchster HD-Auflösung abspielt?
Die unterschiedlichen Verfahren „interlaced“ und „progressive“ finden sich auch beim Thema HDTV wieder. In den im Handel gängigen Produktbeschreibungen für Fernseh-Flachbildschirme tauchen sie meist nur als kleines p oder i auf. So sagt zum Beispiel der Standardname 1080p über das Gerät aus, dass es das Fernsehbild im Vollbildverfahren mit 1080 horizontalen Zeilen und 1920 Bildpunkten pro Zeile darstellen kann.
Die Zahl (720 oder 1080) sagt aus, wie viele horizontale Zeilen das so ausgewiesene Gerät darstellen kann, also wie hoch die Auflösung des Bildes ist. Je höher dieser Wert ist, desto höher die Auflösung. Es ist also mit einem Gerät, das mit 1080 beziffert wird, eine bessere Auflösung zu erreichen.
Der HD-Standard 720p beschreibt eine Darstellungsmöglichkeit von 720 horizontalen Bildzeilen mit jeweils 1280 Bildpunkten im Vollbildverfahren (p = progressive). Dieser Standard wird von Geräten unterstützt, die im Handel zumeist mit einem "HD ready" -Logo versehen sind.
Die beiden 1080er Standards beschreiben eine Darstellungsmöglichkeit von 1080 horizontalen Bildzeilen x 1920 Bildpunkten pro Zeile, wobei „i“ für das Halbbildverfahren (interlaced) und „p“ für das Vollbildverfahren steht.
Geräte mit "HD ready" -Logo können auch den Standard 1080i verarbeiten. Soll das Gerät auch den Standard 1080p beherrschen, muss das "HD ready" -Logo in der Unterzeile den Zusatz "1080p" tragen.
